Erwachsene Kinder psychisch belasteter Eltern
Zwischen Fürsorge, Verantwortung und dem Wunsch, sich selbst nicht zu verlieren
Es verändert vieles, wenn ein Elternteil psychisch erkrankt oder im Alter an Demenz leidet. Die Rollen verschieben sich – aus dem Kind wird zunehmend diejenige oder derjenige, die Verantwortung übernimmt, Entscheidungen trifft und begleitet.
Viele Angehörige erleben diese Zeit als emotional sehr belastend. Sie möchten helfen und für ihre Mutter oder ihren Vater da sein. Gleichzeitig stoßen sie immer wieder an ihre eigenen Grenzen.
Vielleicht kennen Sie Gedanken wie:
- Wie kann ich meinem Elternteil gerecht werden?
- Warum habe ich ständig ein schlechtes Gewissen?
- Darf ich auch einmal an mich denken?
- Wie gehe ich mit der zunehmenden Vergesslichkeit oder den Wesensveränderungen um?
- Wie lange schaffe ich das noch?
- Wie kann ich gute Entscheidungen treffen, ohne mich schuldig zu fühlen?
Wenn sich ein geliebter Mensch verändert
Psychische Erkrankungen und Demenz verändern nicht nur die betroffene Person, sondern oft das gesamte Familiensystem.
Menschen mit Demenz erkennen ihre Angehörigen manchmal nicht mehr, reagieren ungewohnt oder verlieren nach und nach Fähigkeiten, die ihr Leben bisher geprägt haben. Abschiede beginnen häufig lange vor dem eigentlichen Verlust.
Auch Depressionen, Angsterkrankungen oder andere psychische Erkrankungen im Alter können Angehörige vor große Herausforderungen stellen.
Viele erleben Trauer, Hilflosigkeit, Überforderung oder das Gefühl, niemals genug tun zu können.
Sie müssen diese Belastung nicht allein tragen
In meiner Praxis finden Sie einen geschützten Raum für alles, was Sie bewegt.
Gemeinsam sprechen wir über Ihre Sorgen, Ihre Erschöpfung und die vielen widersprüchlichen Gefühle, die mit einer solchen Situation verbunden sein können.
Dabei unterstütze ich Sie,
- Ihre eigene Belastung wahrzunehmen und ernst zu nehmen,
- Schuldgefühle zu verstehen und einzuordnen,
- einen gesunden Umgang mit Verantwortung zu entwickeln,
- persönliche Grenzen zu erkennen und zu respektieren,
- schwierige Entscheidungen mit mehr Klarheit zu treffen,
- Kraftquellen für sich selbst zu entdecken und
- den Blick auch wieder auf Ihr eigenes Leben zu richten.
Abschied beginnt oft schon lange vor dem letzten Moment
Gerade bei einer Demenz erleben viele Angehörige einen schleichenden Abschied. Erinnerungen verblassen, Gespräche verändern sich und vertraute Beziehungen werden auf eine harte Probe gestellt.
Diese Form der Trauer ist oft schwer in Worte zu fassen. Umso wichtiger ist es, einen Ort zu haben, an dem all diese Gefühle ihren Platz finden dürfen.
„Wenn ich jemanden so akzeptiere, wie er ist, dann helfe ich ihm, zu dem zu werden, was er sein kann.“
– Carl Rogers