Wenn der Partner psychisch erkrankt
Wenn die Beziehung zur Herausforderung wird
Eine psychische Erkrankung verändert nicht nur den Menschen, der betroffen ist – sie verändert oft auch die Partnerschaft.
Plötzlich übernehmen Sie mehr Verantwortung, organisieren den Alltag, versuchen zu verstehen, aufzufangen und zu unterstützen. Gleichzeitig erleben Sie vielleicht, dass der Mensch, den Sie lieben, sich zurückzieht oder sich durch die Erkrankung verändert.
Viele Partnerinnen und Partner fühlen sich in dieser Situation allein.
Vielleicht kennen Sie diese Gedanken …
- Wie kann ich helfen, ohne mich selbst zu verlieren?
- Ich erkenne meinen Partner kaum noch wieder.
- Ich bin ständig in Sorge und fühle mich verantwortlich.
- Ich wünsche mir Entlastung, habe aber ein schlechtes Gewissen.
- Ich vermisse die Leichtigkeit in unserer Beziehung.
- Wie lange schaffe ich das noch?
Diese Gedanken sind verständlich. Eine psychische Erkrankung fordert nicht nur den Betroffenen, sondern auch die Menschen, die ihn begleiten.
Auch Sie dürfen Unterstützung annehmen
Als Partnerin oder Partner richten Sie Ihren Blick oft ganz auf den anderen Menschen. Dabei geraten die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen leicht in den Hintergrund.
Vielleicht funktionieren Sie nur noch, fühlen sich erschöpft oder erleben eine tiefe Einsamkeit – obwohl Sie nicht allein sind.
Sich Unterstützung zu holen bedeutet nicht, Ihren Partner im Stich zu lassen. Es bedeutet, auch für sich selbst Sorge zu tragen.
Gemeinsam neue Orientierung finden
In meiner Praxis erhalten Sie einen geschützten Raum, in dem Ihre Gedanken und Gefühle Platz haben.
Gemeinsam arbeiten wir daran,
- die Belastungen besser zu verstehen,
- mit Schuldgefühlen und Ohnmacht umzugehen,
- eigene Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren,
- neue Kraftquellen zu entdecken,
- die Kommunikation in der Partnerschaft zu stärken,
- und einen Weg zu finden, der sowohl Ihrem Partner als auch Ihnen gerecht wird.
Die Beziehung darf sich verändern – ohne dass Sie sich selbst verlieren
Psychische Erkrankungen können Beziehungen belasten. Gleichzeitig können sie auch Anlass sein, neue Formen des Miteinanders zu entwickeln.
Nicht alles liegt in Ihrer Hand. Doch Sie können lernen, gut für sich selbst zu sorgen, Verantwortung zu teilen und wieder mehr Sicherheit im Umgang mit der Situation zu gewinnen.
„Wenn ich jemanden so akzeptiere, wie er ist, dann helfe ich ihm, zu dem zu werden, was er sein kann.“
– Carl Rogers